Piesporter Goldtröpfchen

Exposition: Südhang

Bodenart: silbergrauer Schieferverwitterungsboden

Historie und Wissenswertes: Bereits im vierten Jahrhundert wurden die spektakulären Schiefersteilhänge, die hier bis zu 200 Meter in die Höhe ragen, von den Römern bepflanzt. Schon der berühmte Dichter und Prinzenerzieher am Hofe des Kaisers, Ausonius, fasste, den genius loci erkennend, 371 das hier anzutreffende unvergleichliche Panorama stellvertretend für das gesamte Flusstal in seiner “Mosella“ in Worte.

Zuvor waren bereits in keltischer Zeit Teile dieses imposanten Hanges, der sich wie ein Amphitheater von Südwesten über Süden nach Südosten hin öffnet, kultiviert worden.

Bereits im frühen Mittelalter, im Jahr 777, belegt eine Urkunde, dass einige Piesporter Weinberge der Benediktinerabtei in Prüm geschenkt wurden. Dieses Dokument ist das älteste schriftliche Zeugnis für Weinbau an der Mosel im frühen Mittelalter.

Seit dem 15. Jahrhundert wurde hier Riesling als Rebsorte angepflanzt. Er ist seit dem 18. Jahrhundert durch die Verordnung des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus aus dem Jahr 1786, wonach überall in seinem Staat Rieslingreben zu setzen seien, fest in dieser Spitzenlage der Mittelmosel verwurzelt.

Später wurde die Lage in der bereits erwähnten Preußischen Weinbaukarte in der Version von 1868 als “Klasse 1 – Lage“ geführt.

Ein weiterer schriftlicher Beleg für die Güte der Weine aus dieser Gemarkung stammt ebenfalls aus dem Jahre 1868. Damals verkaufte ein Winzer aus Piesport ausweislich eines Kellerbuchs aus dem Jahre 1875 insgesamt dreizehn Flaschen 1868er Piesporter Goldtröpfchen zum Preis von 6 Mark je Flasche nach Berlin.

Neben seiner Exposition profitiert das Goldtröpfchen vom Hügel des flussabwärts gelegenen Nachbarortes Minheim, der vor kalten Ostwinden schützt sowie von den bewaldeten Kuppen oberhalb der Rebflächen, die nachts kühle Luft ausatmen und so die Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperaturen erhöhen, was zur verstärkten Aromenbildung in den Trauben beiträgt.

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